Hedersleben, Hans von

Die Familie Hedersleben war urkundlich 1263 in Halle erwähnt worden und hatte viel Grundbesitz in und um Halle. Auch Talgüter und SiedeKothen konnte er sein Eigen nennen. Seine Gattin Sophie geb. Tobias brachte zusätzlich Güter in die Ehe. Den Hedersleben gehörte der „Hof zum Goldenen Ringe“ am Markt.

Am 01.03.1408 wurde Hans von Hedersleben (? – 1412) auf dem Giebichenstein mit dem schon länger verwaisten Amt des Salzgrafen für drei Jahre belehnt. Außerdem erhielt er das Privileg, die Zölle für Pferdewagen einzuziehen. Das Geld war für die erzbischöfliche Münze gedacht, die der Bischof wieder aktivieren wollte. Bisher hatte der Rat der Stadt die Zölle ohne Gegenleistung eingezogen und verbraucht. Auch wollte der Rat seinen comis salis (Salzgrafen) selbst erwählen.

Nach Ablauf der drei Jahre wurde er vom Erzbischof wieder als Salzgräfe (Salzgraf) belehnt, was den Groll der Salzjunker nach sich zog, da Hedersleben jetzt auch die Münze in der Hand hatte. Man verhaftete Hedersleben wegen angeblicher Falschmünzerei. Das geschah zur alljährlichen Herbstmesse, weil in dieser Zeit der städtische Burggraf seine Funktion ausübte.

Am 13. September 1412 wurde er zum Tode vor dem Roland auf dem Markt verurteilt. Nach damaligem Recht war der Rat aber nicht befugt, die Todesstrafe zu verhängen, sondern maximal 20 Mark Silber Strafe zu fordern. Hans von Hedersleben wurde in der „Halle“ an einem wüsten Ort verbrannt. (Hinter dem Gasthof „Grüner Helm“, Standort hier…) Auch das war ein Novum, gab es doch reguläre Richtstätten, die aber beim Giebichenstein lagen, wo der Burghauptmann des Giebichenstein, Koppe von Ammendorf eingeschritten wäre.

Das unglückselige Urteil brachte der Stadt Acht und Bann ein, für die die Stadt 13000 Rhein. Gulden an Sühnegeld bezahlen musste. Letztlich wurde nach 16 Tagen Hans von Schafstädt neuer Salzgraf und von Günther II. auf drei Jahre ernannt. Der Justizmord hatte nichts gebracht.