Salzförderung

Die Bezeichnungen Stuhl, Quart, Pfannen, Nössel, Eimer, Kannen und Zober sind geläufige Maße und Recheneinheiten bei der Salzförderung  im Thale. Schwierig war es, weil nicht alle Maße gleichermaßen für jeden Brunnen galten.

Deutschborn

1 Stuhl = 4 Quart = 48 Pfannen = 240 Zober= 1920 Eimer = 23040 Kannen. Das entspricht 23961 Liter.
In einer Woche wurden 766.771 l gefördert.

Gutjahrbrunnen

1 Stuhl = 7 Quart = 84 Pfannen = 420 Zober = 3660 Eimer = 43920 Kannen.
Das entspricht 45676,78 Liter
In einer Woche wurden 503.152 l Sole gefördert.

Meteritzbrunnen

1 Stuhl = 20 Quart = 40 Nössel = 340 Pfannen = 1700 Zober = 13660 Eimer = 163200 Kannen = 169.728 Liter
In einer Woche wurden 678.912 l Sole gefördert.

Hackebornbrunnen

1 Stuhl= 16 Nössel = 104 Pfannen = 416 Orte = 520 Zober = 4160 Eimer = 49920 Kannen = 51916,8,78 Liter
In einer Woche wurden 103.833,6 l Sole gefördert.

 

Das ergibt die Summe nach Horndorff von 2.052.710,4 l Sole, die aus allen Brunnen gefördert wurden. Die Salzproduktion wurde unterbrochen durch die Verhängung der Reichsacht (z. Bspl. 1374 und 1412 – Ermordung des Salzgrafen Hans von Hedersleben) oder bei Stadtbränden oder durch Epidemien, wie die Pest (1358/60, 1382/83, 1437-1439,1449-1452). Dann wurde das Kaltlager gehalten. Die Kothen wurden verschlossen und durften nicht betreten werden.

Für sechs Schwertgroschen erhielt man ca. 10-15 kg Salz. Bei der Annahme von sechs Schwertgroschen pro 10 kg ergeben sich bei einer geschätzten Jahresproduktion von 10.000 t Salz pro Jahr 125.000 Rheinische Goldtaler, es entspricht nach heutigem Wert 18.500.000 € und hatte im Mittelalter eine Kaufkraft von 55.625.000 €

Im Thale arbeiteten bis zu 580 Menschen. Die große Anzahl und die Regelungen bis ins kleinste Detail hatten guten Grund. Es war einfach eine religiöse Frage. Man wollte die „göttliche Gabe“, also das edle Thalgut Salz möglichst vielen Menschen zugutekommen lassen, d. h. viele Menschen sollten ihren Lebensunterhalt damit verdienen.

Siedehaus, Modell aus der Saline
(Foto: Michael Waldow, MSW-Welten)