Brunos Warte

Brunos Warte hat den Namen nach dem alten halleschen Patriziergeschlecht Brun (im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts wiederholt in den Schöffengerichtsbüchern nachweisbar) erhalten, welches auf diesem Gebiet einen befestigten Hof besaß, der als „Warte“ Verteidigungsfunktionen zu erfüllen hatte (1266 Brunesworth). Er existierte wohl schon vor der Stadtwerdung Halles. Der Hof war von einem Wall und einem Wassergraben umgeben. Das Wasser kam aus einem Bach von der oberen Leipziger Straße herab und mündete bei der Glauchaer Kirche in die Saale.

1286 verkauften die Herren von Brun diesen Besitz, der größte Teil wurde von halleschen Bürgern erworben. Die Gasse „Brunoswort“ oder „brunswurt“, vom Chronist Olearius um 1667 als „Braunens Warte“ und von Dreyhaupt als „Brauns-Warte“ bezeichnet, wurde in hallescher Umgangssprache „Braune Schwarte“

Ansicht des Tores zur Brunos Warte zwischen „An der Moritzkirche“ Nr. 20 und Nr. 21, um 1900
(Foto: Gottfried Riehm)