Strobart, Henning

„Strobart so ist der Heuptmann gemandt,
Er ist ein küner Mann erkandt
Er darfs gar frieschlich wagen
Und wenn es an ein Treffen geht
Thut er nicht zur seit austraben.“

Ein Ascherslebener, bekannt als „Pfaffenfeind“, preist Strohbart, der entweder selbst aus Aschersleben oder aus Halberstadt stammt.

Henning Strobart (geboren um 1382?) wird 1416 erstmals urkundlich erwähnt, als er für militärische Verdienste bei Auseinandersetzungen des Erzstifts Magdeburg mit der Mark Brandenburg vom Magdeburger Erzbischof Günther v. Schwarzburg (reg. 1403–45) Lehen in Hötensleben erhielt. 1420 hier zum Vogt ernannt, begann er gleichzeitig Geldgeschäfte mit dem benachbarten Niederadel. Spätestens im Winter 1426/27 wechselte er in den Dienst der Stadt Halle und war dort 1427 für die militärischen Erfolge der Stadt gegen ihren Stadtherrn, den Erzbischof von Magdeburg, verantwortlich. Anschließend diente er der Stadt Halle als Gesandter und Mitglied in Schiedsgerichten und kam zu erstem Wohlstand, wie seine Geldanlagen in der Münze von Halle zeigen. Spätestens im Frühjahr 1432 verließ er Halle und urkundete seit dem Sommer 1432 als Stadthauptmann der Stadt Magdeburg, für die er u. a. die städtischen Truppen im Kampf gegen Herzog Wilhelm I. von Braunschweig und in der Magdeburger Stiftsfehde gegen den Erzbischof von Magdeburg führte. Nach dem durch einen Ausgleich erreichten Ende der Stiftsfehde 1435 wurde Strobart 1436 gemeinsamer Stadthauptmann der Städte Magdeburg und Halle, für die er weiter als Militärführer und Gesandter, u. a. in Schiedsgerichten, agierte. Seine Einkünfte legte er in Grundbesitz, Geldanlagen und erneuten Geldgeschäften mit dem Niederadel an. In seinem Dienstvertrag in Halle erreichte er 1437 eine üppige Bezahlung, erhebliche Sonderrechte und ungeminderte Bürgerrechte für seinen Sohn. Politische Veränderungen führten schließlich 1440 zum Dienstende in Magdeburg. In den folgenden Jahren bis 1452 erreichte Strobart finanziell und politisch den Höhepunkt seiner Macht. Er verlieh teilweise bedeutende Summen an Bischöfe. Neben dem Amt als Stadthauptmann von Halle pflegte Strobart enge Verbindungen zu Kurfürst Friedrich II. von Sachsen, der ihm mehrfach gegen erhebliche Summen Ämter verpfändete und ihn zu seinem Vertreter in Halle machte. Zusätzlich gelang ihm durch die Verheiratung seiner Schwester eine Verschwägerung mit dem regionalen Niederadel.

Der Sturz erfolgte, als sein Sohn Brand infolge einer (von ihm verursachten) Schlägerei mit einer Klage gegen die Stadt Halle vor dem kursächsischen Hofgericht die Gerichtshoheit in Halle bedrohte. Da sich Strobart nicht von der Klage seines Sohnes distanzierte, wurde er schließlich 1452 in Halle inhaftiert. Erst nach knapp zwei Jahren kam er durch die Fürsprache niederadliger Kollegen, einem umfangreichen Vermögensverzicht und den Schwur einer Urfehde wieder frei. Nach einem Streit mit Kurfürst Friedrich von Sachsen erneut verhaftet, starb Strobart in kursächsischer Gefangenschaft auf Schloss Rochlitz.

Übrigens trat ein Thomas Strobart 100 Jahre später als Pfänner in Halle auf.

Quelle: www.deutsche-biographie.de
Strobart, Henning – Deutsche Biografie