Dem Wortsinn nach ist der Ritter ein berittener Krieger. Als solcher überragt er das Heer der Fußtruppen schon allein physisch. Hinzu kommt sein sozialer Vorrang, der sich aus den für die Haltung und Ausrüstung eines kriegstauglichen Pferds notwendigen ökonomischen Ressourcen (Großgrundbesitz) ergibt. In der Verbindung von älterem Gefolgschaftswesen (Lehen), Ministerialität […]Weiterlesen »
Kategorie: Buchstabe - R
Es gab die Kleine und Große Rittergasse. Der Name rührt von einer Familie Ritter (Riter, Rider), die im 16. Jahrhundert ausgestorben war. Die Familie stammte aus dem Ballenstedtischen, wo es den Ort Rieder noch heute gibt. 1828 wird die Große Rittergasse in Ritterstraße umbenannt, die Kleine heißt dann Rittergasse. Beide […]Weiterlesen »
Im Mittelalter waren hier die Herren von Beesen, die aber Ende des 14. Jahrhunderts ihr Gut verließen. 1387 erhielten es die Herren v. Kothe, ab dem 15. Jahrhundert die Herren v. Bose. Markant ist der Turm des Wohnhauses beim Rittergut Beesen, der 1557 entstand. Das Speichergebäude (rechts) stammt aus dem […]Weiterlesen »
Es gab ab dem 9. Jahrhundert einige Ritterhöfe oder auch Herrensitze, die sich aus den Schenkungen Otto I. entwickelten. Ihren Aufschwung hatten sie vom 10. bis 12. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert wurden sie aufgrund der stetigen wirtschaftlichen und städtebaulichen Bedingungen allmählich an verschiedene Bürger und Glaubensgemeinschaften verkauft. Es entstand aus […]Weiterlesen »
s. auch Rittergasse Die Ritterstraße war eine dunkle, krumme und winklige eingeengte Straße. Der Name kommt von der alten Familie Ritter (Riter, Rider), die in Halle viele Güter besaß und im 16. Jahrhundert ausstarb. Ursprünglich stammt das Geschlecht aus Rieder in der Nähe von Ballenstedt. Später im 19. Jahrhundert werden […]Weiterlesen »
Carl Robert (1850-1922) war ein bedeutender Altertumsforscher, der von 1890-1922 an der Universität arbeitete, zuletzt sogar als Rektor. Er stand in dem Ruf das „Gewissen der Universität“ zu sein. Das heutige Robertinum wurde nach ihm benannt. Er war Redakteur der Zeitschrift „Hermes“ und hob die Lauchstädter Festspiele mit originalgetreuen Aufführungen […]Weiterlesen »
Das Robertinum entstand 1845 rechts neben dem Löwengebäude und beherbergt das Archäologische Museum mit einer umfangreichen Bibliothek. Es führt den Namen des langjährigen Direktors Carl Roberts. Über dem Giebel am Hauptportal ist die Göttin Athena zu sehen, die Göttin der Weisheit und Wissenschaften. Bemerkenswert sind die Deckenmalereien an den Decken, […]Weiterlesen »
Der Röderberg war die Radhinrichtungsstätte (heute Grundstück 13 und 14 am Röderberg) der Burg Giebichenstein, die vom Scharfrichter persönlich vollzogen wurde. Die ehrlosen (auch schimpflich genannten) Hinrichtungen wurden auf dem Galgenberg von den Henkersknechten vollzogen. Der Röderberg war auch Fundort von vorgeschichtlichen Altertümern aus der Hallsteinzeit (etwa 700 v. Chr.)
Paul Roeber (1587 – 1651) war Theologe, Dichter geistlicher Lieder, Archidiakon und Hofprediger in Halle/Saale bis er als Professor der Theologie nach Wittenberg berufen wurde. 6. Februar 1587 wurde er als Sohn eines Kürschners in Wurzen geboren und absolvierte ein Studium der Theologie in Wittenberg und Leipzig 1612 Abschluss des […]Weiterlesen »
Der „Gutjahrbrunnen“ befand sich etwa zwischen der Oleariusstraße 9 und der Dreyhauptstraße. Erst 1888/89 bekam er sein Domizil im Hause Nr. 9. Er war 93 Fuß (ca. 28 m) tief, hatte eine lichte Höhe von 3 Metern und war durch einen Kanal mit dem alten Brunnen verbunden. Ein vierstöckiges Haus […]Weiterlesen »
Die Stadt hatte 16 öffentliche Röhrkästen, die von der Wasserkunst gespeist wurden: Sie waren in folgenden Straßen zu finden: Große Ulrichstraße Schulberg Barfüßerstraße Fleischergasse Katzenplan Sandberg Galgstraße Großer Berlin Schülershof Alter Markt Markt Kleinschmieden Mühlgasse Mühlberg An der Moritzburg Hinter der Accise (heute nicht mehr vorhanden)
Der Röhrplatz befand sich vor Kleinschmieden. Dort teilte sich die Straße „Kleinschmieden“ in zwei Teile. Nach Norden war es die Straße zum Giebichenstein (Große Ulrichstraße) über das Ulrichstor. Nach Osten war es die Steinstraße mit ihrem Weg nach Magdeburg, dem Sitz der Erzbischöfe über das Steintor. Auf dem Platz stand […]Weiterlesen »
Seit 1161 soll ein hölzerner Roland auf einem kleinen Hügel seinen Platz gehabt haben. Dort tagte auch das Berg- oder Blutgericht. 1341 entstand nach dem großen Brand an seinem Platz ein Archivturm (hinter der späteren Waage) und der Roland kam auf den Marktplatz. 1426 wird der Roland in Halle das […]Weiterlesen »
Die Ronneburgische Mühle entstand auf dem Gelände eines ehemaligen Färberhauses. Sie besaß 5 Walklöcher und 6 Paar Hämmer. 1847 brannte sie ab und wurde wieder aufgebaut.
Der Rossplatz mit seiner Gaststätte zur Grünen Tanne markierte einst den äußersten Rand der Stadt Halle. Er lag vor den Toren der Stadt Halle am Ende der Steintorvorstadt und wurde als Ausspannplatz für die Pferdefuhrwerke genutzt. Seit 1830 war hier der große Vieh- und Krammarkt zu finden. Hier befindet sich […]Weiterlesen »
Der Rossplatz erhielt erst um 1820 seine Bezeichnung. Seit dieser Zeit hielt man dort die Vieh- und Pferdemärkte ab. Vorher fanden diese Märkte auf der Würfelwiese statt. Im Mittelalter war der Platz ein einsames Gelände am Dessauer Handelsweg gelegen mit viel Rasen und von Lehmgruben durchschnitten. Lehm wurde in früheren […]Weiterlesen »
1842 eröffnete der Rote Ochse als Strafanstalt. Das Gefängnis wurde 1939 durch die Nazis zu einer Hintrichtungsstätte umgebaut. 549 politische Gegner wurden bis 1945 ermordet, darunter 170 Ausländer. Von 1942 bis zu Kriegsende war es offizielle Hinrichtungsstätte. Statt 600 wurden bis 1945 1250 Häftlinge zusammengelegt. Von 1950 bis 1989 nutzte […]Weiterlesen »
Der Rote Turm wurde 1418 als freistehender Glockenturm begonnen und soll laut Überlieferung auf Pfahlroste ruhen. Die Pfahlrosten sind Holzstämme, beim Roten Turm aus Eichenholz. Ursprünglich wurde er „Neuer Turm“ genannt. Erst im 17. Jahrhundert ging man dazu über, ihn „Roter Turm“ zu nennen, wahrscheinlich aufgrund des Blutgerichtes, das dort […]Weiterlesen »
Extrem verderbliche Weiber am Roten Turm mit einem nicht enden wollenden Schimpfwortreservoir. Manch Student bezahlte freiwillig 6 Pfennige für das zweifelhafte Vergnügen sich ausschimpfen und nach Hause begleiten zu lassen.
Die Plastik besteht aus zwei Figuren, die rufen und hören und wurde von Wolfgang Dreysse als Doppelplastik 1989 geschaffen. Sie stehen am östlichen Teil der Passage in Halle-Neustadt. Plastik „Rufen und Hören“ in der Passage (Foto: Michael Waldow, MSW-Welten)
s. auch Tätigkeiten im Thal Die Rufer hatten im Siedebetrieb die Aufgabe, die Zahl der eingegossenen Zober anzumelden. Es gab eigentlich nur zwei Rufer, einen am Deutschen und einen am Gutjahrbrunnen. Eine weitere Aufgabe bestand darin nach abgelaufener Schicht, die Arbeiter der nächsten Schicht aus ihren Häusern zu rufen, mit […]Weiterlesen »
Zu Weihnachten schlugen zwei Salzwirkerfrauen den Rumpeltopf und gingen um die Häuser. Der Rumpeltopf war ein gewöhnlicher Kochtopf, bespannt mit einem Leder, durch welches ein Quirl auf- und abbewegt wurde, begleitet von Gesang. Leider ist keines der Lieder mehr bekannt. Die Musik soll entsetzlich gewesen sein.
Die Rundtartsche der Salzwirker-Brüderschaft (Durchmesser 62 cm) ist ein schwerer Schild. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist noch heute im Besitz der Salzwirker-Brüderschaft“. Bei festlichen Anlässen wurde sie zusammen mit den Bidenhändern vorgeführt. (Text: Bernd Bieler)
Ruprecht von Querfurt († 19. Dezember 1266) war von 1260 bis 1266 Erzbischof von Magdeburg, er unterzeichnete die „Magna Charta Hallensis“, die seit Jahren beim Hansefest in Halle nachgespielt wird. Die Unterzeichnung der Magna Charta Hallensis, Theaterstück von Jan Berger (l.) gespielt von Pax Domini e.V. (Foto: Sylvia Waldow)